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Bürgerschaftliches Forum Ulm/Neu-Ulm

Brief von Herrn Prof. Heimerl (VWI) an Herrn Engmann (IHK)

Sehr geehrter Herr Engmann,

den Internetseiten der IHK Ulm habe ich die Veröffentlichungen

· Stellungnahme der Hamburg-Consult zu den Untersuchungen für das Straßenbahnprojekt Ulm/Neu-Ulm sowie

· die darauf aufbauende Schrift der IHK „Zahlen, Daten, Fakten und offene Fragen zur Straßenbahnplanung für Ulm und Neu-Ulm“

entnommen.

Ich darf Ihnen mein Erstaunen und Befremden darüber zum Ausdruck bringen, dass ich - unter Berücksichtigung unseres doch über lange Jahre immer wieder vorhandenen Kontaktes zu verschiedenen Themen des Verkehrs - mehr oder weniger zufällig von einem „Gegengutachten“ zu unserer Straßenbahnuntersuchung erfahren muss.

Hier ist aus meiner Sicht die Frage erlaubt, ob es denn nicht möglich gewesen wäre, entsprechende Fragen direkt an mich oder mein Institut zu richten oder aber zumindest die erarbeitete Stellungnahme vor einer allgemeinen Veröffentlichung im Internet zugänglich zu machen. Mit einer vorherigen Kenntnis hätten sich vielleicht die einen oder anderen Missverständnisse, Fehler und Irrtümer aufklären lassen.

Als direkt angesprochener und zumindest von der Hamburg-Consult nicht als unabhängiger Fachmann apostrophierter Gutachter komme ich so nicht umhin, Sie jetzt auf eine Reihe grober Fahrlässigkeiten in der Stellungnahme der Hamburg-Consult hinzuweisen. Ein paar kurzgefasste Ausführungen zu den gravierendsten Punkten füge ich Ihnen als Anlage bei.

Seit Bestehen der Standardisierten Bewertung haben wir an meinem Institut in mehr als 15 Jahren republikweit (und darüber hinaus in der Schweiz und in Italien) eine Vielzahl solcher Studien selbst durchgeführt oder wissenschaftlich begleitet. Dabei haben wir - wie landesweit bekannt ist - keineswegs immer das von den Kommunen oder Gebietskörperschaften erhoffte Ergebnis herausgebracht, sondern vielmehr des öfteren eine gewünschte Investitionsmaßnahme auch (Stadtbahn oder S-Bahn) abgelehnt. Strenge Objektivität und Neutralität haben für mich einen hohen, über viele Jahre hinweg vertrauensbildenden Stellenwert. Wenn man mir nach meiner nun 25jährigen Universitätstätigkeit als Wissenschaftler, Planungsberater und Gutachter eines sicher nicht nachsagen kann, dann sind das Schönrechnerei oder Gefälligkeitsaussagen.

Ich bitte daher um Verständnis, wenn ich diesen Vorwurf sowohl für mich und mein Institut als auch für die anderen Gutachter, deren Arbeit ich für die Städte Ulm und Neu-Ulm begleitet habe, in aller Form zurückweisen muss.

Wenn die Kammer sich als neutraler Makler in der Diskussion um den ÖPNV Ihrer Region versteht, so erschiene mir eine entsprechende Veröffentlichung meiner Anmerkungen zu den Aussagen der Hamburg-Consult - z.B. ebenfalls in den Internetseiten Ihres Hauses - aus Gründen der Fairness angemessen.

Für evtl. Rückfragen stehe ich Ihnen und dem Hause IHK selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Eine Mehrfertigung dieses Schreibens leite ich Frau Oberbürgermeister Dr. Merk, Herrn Oberbürgermeister Gönner und Herrn Raeck sowie Herrn Pasquay zu.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr.-Ing. G. Heimerl

Anmerkungen zur "Stellungnahme zu den Untersuchungen für das Straßenbahnprojekt Ulm/Neu-Ulm" der Hamburg-Consult

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